Abschalten auf Tour

Der Autor dieser Zeilen war nie mit Udo Lindenberg oder Sarah Connor auf Tour, hat aber einmal Mr. President nach Lünen gebucht. Die hatten überraschenderweise einen ganz kleinen Hund mit, der als erstes aus dem Nightliner sprang. Diese und andere Bands, Live Acts und DJs fragt man dann schon einmal: Und was macht Ihr so auf der Fahrt? Nun, die meisten wollen mal kurz ihre Ruhe. Wie das?

Zocken, Lesen, Glotzen

Bands müssen es auf Tour öfter als sonst am Stück miteinander aushalten. Kein Wunder also, dass die Mitglieder sich auf der Reise gern mal „wegbeamen“, und zwar ganz legal. Bei Udo und Sarah kann ich mir gut vorstellen, dass sie keine Ballerspiele zocken, sondern eher so etwas wie spielautomaten mobile ruby furtune zum Beispiel. Bei so einigen Rappern und DJs, die ich kenne, erst recht. Aber nicht alle ticken gleich, und so meinen manche, dass sie ja schon genug Abenteuer erleben (oder Geld machen), und dann greifen die echt auf die eine oder andere Weise zu einem Buch!

Je nachdem, wer die Texte zu schreiben hat, finden sich für die einen die Metaphern eher beim Glücksspiel, für die anderen bei Lebensbeichten und für ganz andere tatsächlich immer noch bei Giallo-Filmen oder kurzlebigen Science Fiction Serien der Siebziger. So richtig raus kommt man auf Tour halt nie.

Drogen von gestern

Es ist ein wirklich dummes Vorurteil, dass Leute zwingend im Tourbus nach dem Genuss von chemischen Drogen entweder der Welt abgewandt in ein Nichts starren müssen oder zu flirrend-bunten Orgien ansetzen, am besten noch mit Anhalterinnen oder Ticketabreißern aus Dortmund-Südwest. Es stimmt aber, dass zum belebenden Tee bis hin zu hartem Stoff manchmal besser gegriffen wird, wenn nicht gerade eine Bühne in der Nähe ist. Man fragt auch nicht unbedingt im Hotel oder dem Venue danach. Auch das machen also viele nur für sich – außer Old School Punks, die weiter saufen, und die Reggae-Fraktion und ähnliche. Denn: Im Bus ist wie Ferien.